718 € monatlich (Grundeinkommen 2007)
Wenn die Handwerker im Büro so viel Lärm machen, dass man sich weder konzentrieren noch telefonieren kann, dann muss man rechnen, was man schon immer mal rechnen wollte.
Wie wäre das, wenn wir jetzt schon ein Grundeinkommen hätten?
Die Bundeszentrale für politische Bildung liefert für das Jahr 2007 folgende Zahlen:
Sozialbudget 2007 in Mio Euro: 706 868.
Das sind die Ausgaben des Bundes für Rente, Arbeitslosengeld, Kindergeld, Wohnen, Mutterschaft, Verwaltung usw.
Geteilt durch rund 82 Millionen Einwohner, geteilt durch 12 Monate, bleiben da rund 718 € pro Monat und Bürger. Das heißt, ein drei-Personen-Haushalt, so wie wir, hätte im Monat ca. 2155 € Grundeinkommen.
Für mich passt das nicht zusammen mit den Stimmen, die immer behaupten, dass ein Grundeinkommen nicht zu finanzieren wäre. Ich möchte mich nicht darüber auslassen, ob 718 € im Monat pro Nase ein ausreichendes Grundeinkommen wären, ich möchte nur mal kurz rechnen.
Falls ich einen ganz bösen Rechenfehler gemacht habe – bitte kommentieren.
hier noch der link unter dem Punkt Finanzierung kann man sich dazu die entsprechende Excel Tabelle herunterladen.
4 Kommentare
19. Mai 2010, 22:00: NBZ
Laut diesem Artikel von 2009 hatte die Bundesregierung für Arbeit&Soziales 129.500 Millionen Euro als Budget (siehe: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,563389,00.html). Hier wären es also 131,60 Euro pro Monat pro Nase vom Staat. Zusätzlich kommen Länder und Kommunen hinzu, die dann den Rest von 718 Euro dazuzahlen müssen (also 586,40 Euro). Woher kommt hier bloß das Geld? Vom Nordpol?
20. Mai 2010, 14:35: Lena Weissweiler
@nick: hm, man liest überall andere Zahlen,
unter http://www.rp-online.de/politik/deutschland/Experten-warnen-vor-Bankrott-des-Sozialstaats_aid_732805.html
sind aktuelle Zahlen. Da ist von rund 754 Mrd. Euro die Rede.
31. Mai 2010, 19:35: Thomas Weissweiler
Wenn ich als Oldie etwas dazu bemerken darf: Die Zahl 709 Millarden stimmt schon, s. http://www.bmas.de/portal/33916/property=pdf/a101-09__sozialbericht__2009.pdf. (S.274) Für 2009 sind es 754 Milliarden. Das monatliche Grundgehalt würde dann noch leicht steigen. Diese Summe umfasst ALLE Sozialleistungen, die die Regierung nach Bezugsberechtigung verteilt. Viele bekommen wenig, wenige bekommen viel. Renten und Pensionen sind auch darin enthalten. Das Grundgehalt würde für viele höher ausfallen, als die Leistungen, die sie jetzt beziehen, Probleme hätten z.B. Beamte mit hohen Pensionen, die dann nur noch das Grundgehalt beziehen würden. Von Behinderten und chronisch Kranken gar nicht zu reden. Allein die Beamten in den Regierungen und den Parlamenten würden schon dafür sorgen, dass eine solches Konzept nicht verwirklicht wird.
Das 2. Problem, das oft diskutiert wird: dann hätte ja keiner mehr Lust zu arbeiten! Ich glaube das nicht, weil man in unserer Gesellschaft seine soziale Stellung maßgeblich durch die Arbeit hat. Wer einen angesehenen Job hat, der ist was! Glauben und diskutieren hift aber nichts, man muss es einfach mal im Kleinen ausprobieren, ohne dass es gleich eine Katastrophe gibt. Nach dem Motto: Versuch macht klug. Solange man das nicht getan hat, lässt sich herrlich diskutieren, denn: genau kennt keiner die Konsequenzen!
2. Juni 2010, 10:17: Simon Wehr
Mir würde es ja fürs Erste genügen, wenn Politiker bereit wären, dieses Konzept überhaupt einmal offen zu diskutieren. Aber Geld soll nur bekommen, wer auch arbeitet. Dass es längst anders ist, belegen die Zahlen oben.
Live-Vorschau