19. December 2017

Der große Weihnachtsmann Design-Check

Von drauß’ vom Kaufen komm ich her, ich muss euch sagen: Schokolade ist nie leer.
Schauen wir jetzt ganz genau hin, welche Spezialitäten die Lebensmittelindustrie uns fürs Weihnachtsfest zu bieten hat.

Mr. British Weihnachtsman von Nestle

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After Eight Geruch pur

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Außen der britische Schirm in Flaggenfarbe, dazu trägt er die Aktentasche. Innen schwarze Schokolade, sehr anspruchsvoll anzufassen, ohne dass sie gleich dahinschmilzt. Aber schaut her, unter der Aktentasche verbergen sich auf der Schokofigur Geschenke. Innen und außen passt gar nicht zusammen. Schön auch die Angabe: 5 Portionen. Das heißt, man soll diesen Weihnachtsmann zu fünft essen? Wie bitte soll man den in fünf Teile teilen? Aber die spannenden Frage:
Wo ist diese weiße Minzfüllung?

Leider keine Spur von dieser weißen zuckerigen trägen Masse, die überall hinfließt, wo sie nicht soll. Schade, ich dachte, er wäre komplett damit gefüllt.

Kitkat Weihnachtsmann – auch von Nestle

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Also, von hinten betrachtet, ist das hingehudelt, oder? Sieht aus nach keine Lust mehr gehabt – ähnlich wie bei Ikea: Schaue ich mir den Schrank von der Rückseite an, dann ist da auch keine Kante mehr furniert … Das ist bestimmt gut für die Kostenoptimierung :-) Mit Smartphone und vier Riegeln in der Hand – hinten bei der Nährwertangabe steht doch dass es fünf Portionen sind! Verstehe ich nicht.

Ziehen wir ihn aus – und siehe da, kein Smartphone mehr, keine Riegel, dafür den Sack und die Glocke:

Sieht ganz so aus, wie der britische Kollege. Und die Kitkat-Waffeln? – Keine drin. Sie sind kleingehäckelt und in der Schokomasse verteilt.

Ich hätte mir diese netten Rentiere, die man vorn sieht auch auf der Schokolade gewünscht. Allerdings passen die Rentieren nicht zusammen, oben im Stick-Look, und unten als Comic …

Smartiesmann schon wieder Nestle

Kennen wir uns nicht von Ostern?

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Ach nee, da warst du ja noch Hase.

Innen und außen, das passt ganz gut, Nestle besitzt also doch mehr als nur eine Schoko-Gießform für Weihnachtsmänner. Schön bist du nicht, bei dir zählen die inneren Werte. Und die klappern natürlich überall. Warum du nicht schön bist? Du erinnerst vom Gesicht an Mickey Maus, allerdings hier mit breitem Schnurrbart, dein Gesichtsausdruck irgendwie dümmlich, sowohl auf der Folie, als auch auf der Schokolade. Einzig dass die Rückseite der Alufolie mit gestaltet wurde, und das Rentier und die beiden anderen Figuren deinen Rücken zieren, das ist fein.

Für Mädchen! Für Jungs! Von Milka!

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Einhörner, Schlittschuhe, Krone und Prinzessinnenaccessoires für die Mädels! Bagger, Controller, Dinos, Roboter (unten rechts) und Fußball für die Jungs. Es lebe die Gleichberechtigung. Man scheint einfach mehr verkaufen zu können, wenn man seine Produkte geschlechterspezifisch verpackt.

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Das ist effizient, denn man braucht sich nicht mal etwas Neues auszudenken.

Es ist absurd:

Weihnachtsmann in rosa, in hellblau, in britisch, in lila – alles kein Problem heutzutage – aber wo ist eigentlich die Weihnachtsfrau?

Erwähnte ich, dass der für die Mädchen rosa ist und der für die Jungs hellblau? Man fragt sich, wo denn eigentlich die nächste im Bunde ist. Transgender Weihnachtsmann, wo bist du? Habe ich dich beim Einkaufen etwa übersehen oder wirst du erst 2020 produziert? Und welche Geschenke füllt man in dein Säckchen?
Doch seht her, es herrscht doch noch Gleichberechtigung. Die Schokoladenform ist gleich. Hätte ja auch sein können, dass wir sie auspacken und einen aus rosa und einen aus hellblauer Schokolade finden.

Ganz klassisch – Weihnachtsmann von Lindt

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So stelle ich mir einen Schoko-Weihnachtsmann vor: Ganz klassisch, in rot, gold und weiß. Subtil gezeichnet, mit goldener Glocke, Geschenken und Jutesack.

Im Gegensatz zu den anderen ist er keine witzige Figur, und vor allem ist er ein alter Mann. Der Sack über den Schultern geht im Motiv auch auf dem Rücken weiter und die Farben sind weitaus gedeckter als bei den Kollegen. Einzig die Mütze hätte noch etwas höher über den Kopf gezogen sein können. So wirkt sie zu flach. Der Duft von Vanille steigt mir beim Fotografieren in die Nase. Die Schokolade ist fein gezeichnet. Innen und außen passt gut zusammen. Na bitte, es geht doch :-) Herzlichen Glückwunsch!

Der Noname Weihnachtsmann

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Eigentlich ganz nett. Keine Dekofolie, dafür eine Schutz- und Sichthülle. Das heißt natürlich, dass die Schokolade fein gearbeitet sein muss, denn:

Tranzparenz eignet sich immer dann, wenn der Inhalt überzeugen soll.

Bei Orangen z. B. bin ich immer skeptisch, ob ich die in den feinen Papieren kaufen soll, man weiß ja nie, ob nicht gerade die dann faulige Stellen hat. Nicht so hier bei Mr. Noname, übrigens von der Firma Weibler. Kennt ihr nicht? Wahrscheinlich liegt es daran, dass er aus dem Schokoladenfachgeschäft stammt. (Gleich hier am Mainzer Dom). Schokolade in vier Farben, das hat Klasse. Alternativ zum Lutscherstab hätte ich ein Bändchen zum Aufhängen gut gefunden, dann könnte man ihn auch als Weihnachtsschmuck am Baum verwenden, und die Industrie müsste nicht noch Hunde- und Katzenweihnachtsgeschenke extra produzieren. Die haben bestimmt doch gerade jetzt alle Hände voll zu tun.

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Fazit

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Weihnachtsmänner, es sind viele Tausende, mehr als wir essen können, selbst wenn wir anfangen unsere Ernährung auf 100 % Schokolade umzustellen. Die Produktentwicklungen gehen mehr in die Breite als in echte Varianten. Ich sehe Weihnachtsmänner in dick und dünn von klassisch bis poppig, altbacken oder ganz hipp, in rosa, mit Schmuck, mit Kopfhörer oder Taucherbrille, als Schneemann, als Eule, mit Überraschungsei wahlweise in rosa oder oder hellblau, mit Sonnenbrille, mit Goldstück und Liebesbotschaft am Halsband, mit Kinderriegeln, mit roter Stoffstiefeltüte und all das in den Größen klein, mittel und groß … All diese Figuren fast ausschließlich in Milchschokolade oder eben wie oben beschrieben.
Was allerdings wirklich noch fehlt ist der personalisierte Weihnachtsmann. Der schöne, der gütige mit dem großen Sack, auf dem in geschwungenen Buchstaben geschrieben steht: für Lena!

Ich glaube, das ist der Fortschritt, von dem wir alle immer schon geträumt haben?
Jetzt stellt sich nur noch die Frage, was tun, mit diesen Kandidaten?

winterpause

18. December 2017

Weihnachtspause | 22.12.2017 bis 09.01.2018

Über Weihnachten und zwischen den Jahren tanken wir Kraft, besuchen unsere Familien, kochen feines Essen und lesen die Bücher, die uns vielleicht jemand schenkt. Ab dem 10. Januar 2018 sind wir mit frischen Ideen gerne wieder für Sie da. 

17. December 2017

2 × German Design Award für Wehr & Weissweiler

Hochwertiges Design, das zudem auf Digitalisierung setzt, steigert die Innovationskraft und Wertschöpfung von Unternehmen. Um diese Bereiche erfolgreich zusammenzubringen, sind Fachwissen, Kreativität und Offenheit für Neues erforderlich. Wir sind seit über 10 Jahren Experten auf diesem Gebiet und gestalten erfolgreich moderne, hochwertige Designprodukte. Für gleich zwei unserer wegweisenden Arbeiten haben wir die Auszeichnung German Design Award 2018 und damit eine weitere Anerkennung aus Fachkreisen erhalten.

Unter insgesamt 5.000 Einreichungen überzeugte Wehr & Weissweiler die Jury des renommierten Designwettbewerbs mit einer eigens entwickelten Musterkollektion und einem Online-Shop für die Wolf-Manufaktur in Ingelheim. „Der formal sauber und funktional gestaltete Auftritt spiegelt den Anspruch an Qualität und Kundenservice sowohl im analogen Bereich als auch im Online-Shop glaubwürdig wider,“ lautet die Begründung der Jury.

Positive Resonanz auf die Auszeichnung im Internationalen Design Wettbewerb gab es zudem aus dem Mainzer Wirtschaftsdezernat. Christopher Sitte freute sich darüber, dass mit Wehr & Weissweiler und der Verlags Gruppe Rhein Main auch Preisträger aus Mainz kommen: „Die Auszeichnungen zeigen, was Mainz als Kreativstandort auf hohem Niveau zu bieten hat. Design ist ein wichtiger Erfolgsfaktor für die Stadt und die Unternehmen, – gerade im Zuge der Digitalisierung und macht uns allen Lust darauf, neue Wege zu beschreiten. Gleichzeitig betonte er die vorbildliche Ausbildung der Hochschulen, die das Potenzial der Designer vielschichtig förderten,“ so die Aussage des Dezernenten.

Die von uns entworfenen 31 Musterkarten zeigen das Portfolio verschiedenster Veredlungstechniken der Druckerei auf. Die Karten sollen Geschäftskunden der Manufaktur informieren und gleichzeitig Anregungen zum Einsatz von Druckveredelungstechniken geben. Dabei verbinden sie hochwertige Designprodukte mit erfühlbaren Erlebnissen, um die technisch anspruchsvollen Möglichkeiten des Druckbetriebes aufzuzeigen. So gibt es Musterkarten, mit denen Streichhölzer angezündet werden können, eine E-Karte, die es ermöglicht, elektrische Leitungen und Batterien anzuschließen, eine Karte mit einem lasergestanzten Loch mit Lupenfunktion, die als Brillenersatz dienen oder eine Karte, die als Nagelpfeile eingesetzt werden kann.

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Auch beim Online-Shop spielt für Wehr & Weissweiler die Verbindung von sachlichen Informationen und emotionalem Kauferlebnis eine bedeutende Rolle für den Erfolg. Neben der Information, die unter anderem durch aussagekräftige Bilder zu erarbeiten ist, sind auch ein einfacher Bestellprozess und damit verbunden, ein einfaches Bezahlsystem notwendig.

Design ist allem voran eine Denkaufgabe. Es muss konsequent durchdacht sein, damit Produkte zusätzlich zum schönen, trendigen Design, tatsächlich auch funktionieren. Unsere Kunden bringen uns – neben ihrer eigenen Expertise und Vorstellungen – eine gehörige Portion Vertrauen entgegen. Für Viele sind digitale Lösungen, gerade bei hochwertigen Produkten und das gilt auch im B2B-Bereich, also dort wo zum Teil hochtechnologische Produkte an Geschäftskunden adressiert werden, immer noch eine neue Herangehensweise und die Weiterentwicklung ist rasant. Mit der Wolf-Manufaktur macht die Zusammenarbeit riesigen Spass, da der Kunde uns viel kreativen Freiraum lässt.

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Für die Wolf-Manufaktur hat sich das Investment bereits in mehrfacher Hinsicht ausgezahlt. Das Feedback auf den Shop ist nach Aussage des Geschäftsführers Thorsten Winternheimer überwältigend. Die Kunden haben offensichtlich Freude daran, durch das Online-Angebot zu stöbern. Neben einem weiteren Geschäftsbereich, der sich durch den Shop erschlossen hat, gewinnen die Mitarbeiter der Druckerei erhebliche Zeit. Statt umständlich zu erklären, können Kunden selbst ausprobieren und sich vorab ein eigenes Bild machen.

6. December 2017

Wandkalender 2018 zum Download

Wie schon so viele Jahre zuvor endet unser traditionell selbst gestalteter Wandplaner mit dem 31.12. Voll unpraktisch eigentlich, wo doch gerade im Dezember immer so viel los ist. Aber das ist nun einmal Standard und wer einen Jahreswandplaner inklusive KW und deutscher Feiertage einsetzt, wird sich ja wohl an Standards halten! Ein Kalender für 2018 ist gefragt, und zwar schnell, das Jahr ist nicht mehr lang.

Also her damit!

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Wie immer können alle, denen die üblichen Werbegeschenkkalenderdinger und die teuren Kaufkalender zu hässlich sind sich unseren Kalender 2018 als PDF laden und selbst ausdrucken. Wir wünschen viel Spaß damit!

Und erneut darf ich mich bei einmanncombo bedanken für eine solide Excel-Basis auf der ich wieder aufgebaut habe! Und natürlich bei Ulrike Rausch, für die Liebe Gerda, die uns die Feiertage verschönert!

25. October 2017

Warum der Herbst perfekt gestaltet ist

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Die Natur ist verschwenderisch – vor allem im Herbst
Tausende von Blättern flattern durch die Stadt, belegen Straßen und Wege, beleuchten den rauchgrauen Asphalt und rascheln sanft, wenn wir durch sie hindurch stapfen. Und jedes einzelne Blatt besticht im richtigen Moment durch seine sinnstiftende Schönheit. Die Natur ist wild, mischt Farben, von denen wir gelernt haben, dass sie gar nicht zueinander passen, nach Herzenslust und nimmt überhaupt gar keine Rücksicht auf das, was in den Lehrbüchern über Gestaltung steht. Wenn wir ganz genau hinsehen, entdecken wir mehr Farben als wir jemals benennen können.
Goldgelb, Purpur, Hellgelb, Apfelrot, Sonnengelb, Weinrot, Cognacfarben, Feuerrot, Lindgrün, Honiggelb, Apfelgrün, Olivgrün, Lederbraun, Dunkelrot, Rhodamine, Hellgrün, Dunkelbraun, Akaziengelb, Aubergine, Terracotta, Kaminrot, Goldorange, Limettengrün, Koralle, Kastaniebraun, Mahagoni, Umbra, Abendrot …

Doch was genau macht die Faszination aus?
Diese Vielfalt zu sortieren, zu ordnen und zu strukturieren – ein Ding der Unmöglichkeit. Das Spiel von Farbe und Form gestaltet der Herbst alleine, indem er opulent alles verteilt, was er hat. Kein Vergleich zu einer zarten Primel im Frühling. Und er hilft uns, die Stadt ganz neu zu entdecken. Überall liegen Laubhaufen und die grauen Straßen verschwinden unter dem vielen Gelb. Er bricht unsere Sehgewohnheiten und zeigt uns ein ganz neues Bild unserer Umgebung. Opulent in Szene gesetzt, nur einen Quant entfernt von Romantik, Kitsch & Co. Und falls wir mal kurz vergessen, dass wir mitten im Herbst sind, pfeift der Wind uns um die Ohren und durchlüftet uns bis ins Herz. Mit seinen flachen rötlich-gelben Sonnenstrahlen setzt er noch einen drauf und beleuchtet die farbige Szene wie einen alten Spielfilm.

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Es muss ein fabelhafter Designer gewesen sein, der den Herbst gestaltet hat

Überall schöpft er aus dem Vollen – ganz ohne Angst vor Verlusten, und dass uns ein grauer, karger Winter bevorsteht. Ganz wie Leo Lionnis Frederik, der den ganzen Sommer damit verbringt die Farben zu sammeln, um seinen Freunden von der Vielfalt und der Schönheit der Erde zu erzählen, während der Winter sehr kalt und sehr grau ist und die Mäuse hungern.

Wir haben etwa 20 Blätter ausgesucht, haben sie ganz genau inspiziert, und lassen sie überwintern in einem alten Buch über Typografie.

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Komplimentärkontrast – ganz zart

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Farbe ganz satt

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Vorsicht Laub!

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Verspielt

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Eine kleine romantische Geschichte

Möge der Herbst euch inspirieren, erfreut euch an den Farben, der Fülle, saugt alles auf und nährt euch davon, wenn die Nächte lang und die kurzen Tage mehr grau als licht sind. Der der den Herbst gestaltet hat, war ein wunderbarer Designer. Er wusste, dass wir jetzt so starke Eindrücke brauchen, damit wir sie den ganzen Winter hindurch in unserem Geiste abrufen können.

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Inszenierte Typografie

12. September 2017

Schoppe statt Karosse – wie wär’s?

Am Freitag, 15. September findet in Mainz der PARK(ing) Day statt, aber dazu später.

In Mainz tobt gerade eine heftige Debatte über den Bibelturm des Mainzer Gutenberg-Museums. Ein Projekt, das wir von Anfang an begrüßt haben! Nun hat sich eine bunte Mischung an Bürgern (und Wutbürgern) zusammengetan und sammelt Unterschriften, um das bereits in öffentlichen Prozessen verabschiedete Projekt noch irgendwie zu torpedieren.
Die Gegner des Museumsanbaus haben munter verschiedene Argumente zusammentragen, um Stimmung gegen den Bibelturm zu machen. Es gibt durchaus berechtigte Fragen zu dem Entwurf, zum Beispiel ob das Verhältnis von umbautem Raum zu nutzbarer Ausstellungsfläche wirklich optimal getroffen wurde. Doch um möglichst viele Unterschriften zu bekommen, punkten sie mit zwei Reizthemen: Weckwoschtundwoi und mein Freund der Baum. Hauptgrund vieler Bürger, um gegen die moderne Architektur zu unterschreiben:

a) Hier werden drei Platanen gefällt – ein Umweltverbrechen!
b) Die machen den Platz weg, auf dem wir unseren Wein trinken und unsere Wurst essen wollen!

Wenn bei einem Bauprojekt große Bäume abgesägt werden, ist das schade. Jedesmal wieder! Da gibt es nichts zu rütteln. Doch sind dies nicht die ersten Bäume und werden auch nicht die letzten Bäume sein, die für Bauten und Bücher gefällt werden – jeder Bundesbürger verbraucht ca. 1,3 m³ Holz im Jahr – da kommen schnell einige Platanen zusammen.

Der besagte Platz war komplett als Baugrund fürs Gutenberg-Museum reserviert, der Turm wird nur einen kleinen Teil beanspruchen. Die knapp 130 Quadratmeter, die wir an dem Platz verlieren gebe ich gerne ans Gutenberg-Museum, bedenken wir einfach mal die Wichtigkeit, die diese Erfindung für unsere Welt hat! Als Typograf kann ich nicht anders. Jeder Mensch, der Lesen und Schreiben kann, müsste eigentlich bereit sein, ein wenig mehr Stadtfläche an dieses Museum abzugeben. Jedes einzelne Buch in unseren Regalen geht letztlich auf das zurück, was in diesem Museum ausgestellt und geehrt wird. Dafür rücke ich beim Schoppetrinken auch noch ein wenig zusammen.

Ich könnte lange über Wert und Wertschätzung von Gutenbergs Erfindung und über moderne Architektur in alten Städten schreiben, auch darüber, ob Museen lieb und gefällig aussehen müssen.

Hier ein Vorschlag zur Güte:

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Wir nehmen ein Paar Autos aus der Stadt, wandeln die freien Parkplätze in Parkanlagen um, pflanzen dort Hecken und Bäume, schaffen Raum zum Verweilen und Austauschen, Luft zum Atmen und dergleichen mehr. Den Autoverkehr reduzieren wir deutlich (müssen wir eh), stellen bei dem Rest den Antrieb auf umweltverträgliche Energie um. So erreichen wir weit mehr für den Schutz der Natur, als drei einzelne Bäume gegen die Erweiterung eines der ältesten Druck- und Schriftmuseen der Welt aufzuwiegen.

Verrückt? Einfach mal ausprobieren! Das ist die Idee des internationalen PARK[ing] Days, der am Freitag, 15. September in Mainz stattfindet. Bereits 2005 (da war das »traditionelle« Markfrühstück gerade mal sechs Jahre alt) wurde diese Idee in den USA umgesetzt. Und nun verwandelt eine kleine Gruppe Mainzerinnen und Mainzer zum zweiten Mal ein paar Auto-Abstellflächen in Menschen-Begegnungsräume. Ich fand es beim letzten Mal so fein, dass ich dieses Jahr aktiv dabei bin. Direkt vor der Mainzer Weinraumwohnung – da fehlen doch nur noch Weck und Woscht, oder? Und da können wir alle miteinander diskutieren, in welcher Stadt wir leben wollen und welche städtischen Flächen für welche Nutzungen eingesetzt werden sollen. Ich freu mich drauf!

Am Freitag, 15. September findet in Mainz der PARK(ing) Day statt. Kommt vorbei!

Weitere Informationen bei Fahr’ Rad Mainz und die Facebook-Veranstaltung

25. August 2017

Wahlplakate 2017 im Design-Check

Am 24.09.2017 sind Wahlen und natürlich gehen wir hin! Als Service, bzw. Einstimmung zur Wahl, bieten die Parteien ihre Plakate an, die mir helfen sollen, eine gute Entscheidung zu fällen. Doch helfen mir die Plakate wirklich weiter? Gerade wenn man ein Mensch ist, der sehr stark nach gestalterischen Gesichtspunkten urteilt? Tiere, Kinder, kreative Ideen, Wortwitze, Portraits und typografische Plakate, die ganze bekannte Bandbreite ist vertreten..

Beginnen wir mit den Parteien die Tiere schützen oder Schweine essen.

Lieber keine Schweine wählen!

Denke ich mir, egal ob dreckig oder babyrosa. Sie gehen beide nicht an mich. Das rosa AFD-Ferkel hat auf jeden Fall die bessere Fernwirkung und natürlich den Babybonus. So rein und zart. Wenn es mir über den Weg laufen würde, wäre ich bestimmt entzückt. Trotz Wortwitz, der Spruch zündet nicht, und das Ferkel passt auch nicht in meine Küche. Das ÖDP-Schwein – schon viel mehr ein Realo-Schwein. Niemand findet es süß, aber wenn man schaut wo es steht, so könnte man es als ein echtes Glücksschwein bezeichnen – in Zeiten der Massentierhaltung. Gefährlich: Die AFD hat es im Gegensatz zur ÖDP geschafft, Plakate zu gestalten, über die man spricht. Mit Ironie und einer starken Spannung zwischen Text und Bild, die das Schwein in einen anderen Kontext bringen.

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Nächstes Thema:

Chancengleichheit

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Ein prima Ansatz: Es gibt Parteien, die dafür einstehen, dass Frauen die gleichen Gehälter wie Männern zustehen.
Die Grünen lösen das typografisch mit einer pinkfarbenen gerasterten Euromünze im Hintergrund. Ist das nicht das erstbeste Motiv, dass einem dazu einfällt? Da hätte ich mir mehr Idee gewünscht. Die Schrift in Versalien, enger Zeilenabstand, unruhiger Hintergrund, das alles macht es schwer lesbar. Die Grünen verzichten in diesem Wahlkampf komplett auf Foto-Motive, außer bei den Kandidaten-Portraits. Interessant, mir aber zu unruhig. Schließlich ist das ein Komplimentärkontrast in Reinform. Gut dass da noch die gelbe Sonnenblume ist, sie gibt den nötigen Corporate-Rahmen und bestätigt einmal mehr den Absender. Das Bildmotiv ist mir zu wenig aussagekräftig. Die Farbe Magenta, die bislang nur eine Akzentfarbe war, wird dieses Jahr voll aufgetragen.

Die SPD setzt auf ein Berufs-Portrait einer attraktiven Dame in einer sehr sauberen Industriehalle. Sie trägt Handschuhe und Ohrenschützer. Im roten Corporate-SPD-Quadrat steht die Botschaft: Nicht mehr in der Thesis gesetzt, der früheren SPD-Schrift, auch nicht in der Bebas, der Schrift aus dem SPD-Landtagswahlkampf 2016, sondern in einer hier recht gesichtslos wirkenden Helvetica. Warum nur wechselt die SPD jedesmal ihre Schrift? Ich verstehe es nicht. Denn die Typografie berührt uns unterbewusst, sie bildet eine fundamentale Basis für ein konsequentes Corporate-Design. Ohne einen darauf geschulten Blick, kann man es schwer formulieren, aber wahrgenommen wird es sofort, wenn ein Corporate Design jedes Jahr verändert wird. Hier sehe ich in der neuen Schrift keinen Gewinn, ganz im Gegenteil. Es ist keine konsequente Weiterentwicklung des SPD-Corporate-Design. Je nach Plakatmotiv verbinde ich die Kampagne mal mit einer Berufsgenossenschaft oder mit einer soliden Versicherung.

Vielleicht sollte ich lieber die wählen, die sich für die Familie einsetzen?
So kann ich wählen zwischen zwei lauten SPD-Kindern oder einer generischen CDU-Familie. Oder aber Frauke Petry mit ihrem neu geborenem Sohn. Ihrem 5. Kind aus zweiter Ehe. Frauke Petry, auf die Welt blickend, fast wie die heilige Jungfrau Maria mit dem Jesuskind. Natürlich in Hellblau.

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Aber mal ganz im Ernst. Wie kann man denn sein eigenes Baby für ein Wahlplakat herhalten lassen?
Es handelt sich ja nicht um irgendein Baby und nicht um irgendeine Partei. Heilige Familie hin oder her. Die Kinder und Familien auf SPD und CDU-Plakat sind generisch. Aber das von Frauke Petry ist eine äußerst persönliche Geschichte, und hat in einem Wahlkampf nichts verloren.

Die CDU baut mit Wörtern wie kinderleichter kleine Wortwitze in ihre Kampagne ein. Das ist neu bei der CDU und zielt darauf ab, dass wir die CDU als eine sehr sympathische und jetzt auch viel jüngere Partei im Kopf abspeichern. Zum Thema Kreativität bekommen wir (zumindest auf den Plakaten) von der CDU dieses Jahr noch mehr geboten: Ja, das kann wirklich passieren, wenn man nicht aufpasst, dann wird man im Garten an den Baum gefesselt. Ich habe meine Briefwahlunterlagen selbstverständlich schon an die Pinnwand gesteckt, und habe nichts zu befürchten. Nur hängen habe ich dieses Plakat noch nicht gesehen.

Lieber die Partei mit den besten Ideen wählen?

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Das Happy End von den Piraten ist schon nicht schlecht, oder? Einhornwiese pur. Alle Botschaften auf einmal. Ein Suchbild als ein Kampagnenmotiv.
Kreativ, jung, digital, agil und ein bisschen verrückt. Was fällt einem da als erstes ein?
Ja liebe SPD, mir auch. Ein nettes Motiv, aber würde man das Logo gegen ein Sparkassen Logo tauschen, dann würde das sicher auch gut passen. Ich persönlich weiß nicht, was die SPD mit diesem Plakat aussagen möchte.

Aua. manchmal kann Typografie echt weh tun.

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Das bereitet mir beim bloßen Anblick körperliche Schmerzen.
Weiße Schrift auf Magenta oder Rot. Die Linken wählen eine gemischte Schreibweise, was die Sache noch besser lesbar macht. Inszenierende Typografie im Titel der Linken. Die Goldkette. Auf mich wirkt das alles schon sehr alt. Und der angefressene Apfel als Sinnbild der Grünen für eine kranke Natur? Hm, das passt für mich nicht.
Außerdem muss ich genau hinschauen, um ihn überhaupt zu erkennen. Warum sind die Motive der Grünen nur so blass? Wo bleiben die guten Ideen und der Mut sie hier zu zeigen?

Ich sehe mich lieber mal bei den Kandidaten um. vielleicht finde ich im Portrait, was ich suche.

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Den smarten Typen mit dem Slim-Fit Anzug aus dem Modekatalog in Schwarzweiß? Dieses Jahr hat es die FDP geschafft aus ihrem neuen Branding wirklich alles herauszuholen. Man kann sie mögen oder nicht, aber die Portraits von Lindner haben eine gestalterische Eigenständigkeit, die sonst keine andere Partei in ihren Portraits aufbringt. Und das auf einem gestalterisch hohen Niveau. Gleich daneben: Mutti! Zweifelsohne ein perfektes Portrait. Die CDU löst sich von ihrem Orange und umspielt ihre Motive sanft mit den Deutschlandfarben.
Die Portraits der Grünen sind solide, etwas zu brav getroffen, mit bodenständiger Typografie darauf. Auf schwarzem Grund ist die Lesbarkeit zumindest gesichert. Martin Schulz erinnert mich an den Versicherungsvertreter meiner Mutter. Sehr auffallend, dass die meisten seiner Plakate genau gleich ausschauen, wie die seiner Partei-Genossen. Er reiht sich somit auf gleicher Ebene ein. Man merkt es kaum auf diesem Plakat, dass er der Kanzler-Kandidat ist. Ganz rechts Sahra Wagenknecht. Mit Abstand das bravste Bild in dieser Reihe.

Jetzt noch ein Gedanke zum Stilmittel Farbe.

Lieblingsfarbe Rot?

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Nein, ich mag kein Rot, aber viele Leute mögen es. Darüber gibt es sogar Studien. Die CDU mag es, und die SPD auch. Man muss also ganz genau hinschauen, welche Partei man gerade vor sich hat. Abgrenzung durch Farbe scheint den Parteien nicht wichtig zu sein. So komme zu dem Schluss:

Wahlplakate sagen leider viel zu wenig aus.

Die gestalterische Qualität der Wahlplakate kann dieses Jahr nicht als Maßstab für die Wahl dienen. Die Plakate differenzieren sich wenig. Und sie bringen die eigentliche Botschaft mal mehr mal weniger auf den Punkt. Die AFD erreicht mit viel Wortwitz und einem starken Text-Bild-Konzept eine erschreckende Präsenz, war sie doch in den vergangenen Wahlkämpfen gestalterisch im Abseits. Am eigenständigsten präsentiert sich die FDP: Modefotos kombiniert mit viel Text, als Hinweis auf viele Inhalte. Ob das so aufgeht und mich motiviert, mich mit ihren Inhalten auseinanderzusetzen, bezweifle ich. Wirkt sie doch recht distanziert auf mich, die Kampagne.
Die CDU macht einen Rundumschlag von Familie über Deutschland nach Europa. Damit greift sie sehr beliebte Themen auf und bringt die Botschaften positiv auf den Punkt, während die SPD von Problemen spricht.

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Und jetzt?

Der Informations-Service der Parteien geht ja über die Plakate hinaus. Die einzelnen Wahlprogramme sind zum Download auf den Webseiten, in Kurzer-, Mittlerer-, oder in der Vollversion. Manche sogar in leichter Sprache. Wahl-O-Mat, steht ab dem 30. August zur Verfügung. Gespräche mit möglichst unterschiedlichen Menschen über Politik zu führen hilft weiter und natürlich die Zeitung lesen. Am besten auch mal eine andere als die Lieblingszeitung. Auch wenn es anstrengend ist, sich mit den Inhalten zu beschäftigen, es ist unbedingt notwendig, denn von den Informationen auf den Plakaten auf die Inhalte der Parteien zu schließen, das funktioniert ganz sicher nicht.

16. July 2017

Fokussieren: Das Kleingedruckte ohne Brille lesen

Die Bildschärfe ist ein wichtiges Gestaltungsmittel in der Fotografie. Sie lenkt die Aufmerksamkeit gezielt auf ein bestimmtes Detail. Diesen Vorgang bezeichnen wir als Fokussieren.
Genau das machen wir Designer nicht nur mit Fotos, sondern mit Kommunikation, ganz allgemein. Bevor wir Kommunikation gestalten, präsentieren uns unsere Auftraggeber ihr Produkt oder ihre Dienstleistung aus ihrer Perspektive. Mal sehr detailverliebt, mal sehr stolz auf die technischen Spezifikationen ihres Produktes oder einfach, weil es eine Neuheit darstellt. Unser Job besteht nun darin genau das herauszufiltern, was davon für seine Kunden interessant ist. Wir stellen exakt die Details aus jedem Angebot auf superscharf, die den Kunden am meisten interessieren oder beeindrucken.

Mal geht es darum, aus einer rationalen Kaufentscheidung eine emotionale zu machen, zum Beispiel, ob ich Pepsi-Cola oder Coca-Cola kaufe. (Markenkommunikation). An anderer Stelle ist es viel wichtiger einen ganz bestimmten Service für die Kaufentscheidung in den Fokus zu stellen, zum Beispiel, ob ich meine Wanderschuhe auch noch nach 100 sportlichen Alpentouren ersetzt bekomme (USP). Oder ob der Elektriker auch freundlich ist und mir als Kunde vorher erklärt, wie er in meinem Haus die Leitungen verlegen wird und warum das genau die richtige Lösung ist.

Das Spiel mit dem richtigen Fokus ist für jeden spannend. Dazu haben wir eine tolle Musterkarte für einen unserer Auftraggeber produziert. Sie hat ein kleines lasergestanztes Loch, das uns beim Durchgucken hilft, das dahinterliegende Objekt scharf zu sehen. Dieses kleine Loch hilft unserem Auge beim Abblenden. Das heißt, wir können das Kleingedruckte jetzt auch ohne Brille wieder lesen. Schräg einfallendes Streulicht wird nicht durch die Blende gelassen – so entsteht auf unserer Netzhaut ein extrem scharfes Bild. Aber noch mehr. Es richtet den Fokus auf ein kleines Detail unseres Sichtfeldes. Alles was ablenkt verdeckt der Karton.

Probieren Sie es aus!

Stechen Sie mit der Nadel ein kleines Loch in ein festes Papier und linsen Sie genau hindurch. Was sehen Sie?

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Das haben übrigens schon die alten Seefahrer so gemacht, wenn Sie in weiter Ferne erkennen wollten, welche Schiffe kommen. Sie hielten sich eine Muschel vors Auge, in der an irgendeiner Stelle immer ein kleines Loch war. So konnten sie die Schiffe am Horizont sehr genau identifizieren.

Und wenn Sie vor lauter Fokussieren den Blick fürs Große und Ganze verlieren, dann gehen Sie spazieren und schauen Sie nach den Wolken, oder fahren Sie in Urlaub, so wie wir. Hauptsache das Blickfeld ändert sich.

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14. July 2017

⚓ Wir machen Urlaub ⚓

Machen wir es kurz und knapp:
Vom 17. Juli – 4. August 2017 laden wir unsere Akkus.
Ab dem 7. August sind wir wieder frisch im Büro erreichbar.

☀ ☼ ☀ ☼ ☀ ☼ ☀ ☼ ☀ ☼ ☀ ☼

Bis gleich!

23. June 2017

Corporate Design par excellence: Diner en blanc

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Was hat ein Diner en blanc mit einem guten Corporate Design zu tun?
Sie brauchen Kleidung, ganz in Weiß, einen Tisch mit weißem Tischtuch, weißes Porzellan, für jeden eine Sitzgelegenheit und ein drei-Gänge-Menü. Gläser und guten Wein. Ein nice to have sind weiße Kerzen und Servietten.

Und besser 100 als nur drei Personen, die mitmachen. Denn, wenn Sie ganz alleine in weiß dinieren, würde keiner das merken.

Macht eine Vorgabe: Die Hauptfarbe weiß und sechs Details on top.
Ein paar Regeln, die sehr einfach zu befolgen sind, erzielen einen überwältigenden Eindruck . Und dabei gibt es viele Freiräume. Ob Sie in Jeans oder im Smoking hingehen, entscheiden Sie. Ob Sie das feine Maria Weiss Geschirr von Omi aus dem Schrank mitnehmen oder auf schlichte skandinavische Einrichtungsqualität zurückgreifen, steht Ihnen auch frei. Die einen präsentieren ihre Etagere aus weißem Porzellan mit Pralinen, an anderer Stelle gibt es bunten Geburtstagskuchen.

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Selbst Fehlgriffe, wie z. B. Wasser aus PET Flaschen können den Gesamteindruck nicht kaputtmachen. Ganz im Gegenteil, ich habe sogar beobachtet wie jemand liebevoll sein Wasser aus der Plastikflaschen in eine Glaskaraffe umfüllt. So schön :-)
Zurück zum Design: Die Farbe Weiß ist sehr prägnant. Ein Diner en vert wäre viel komplizierter. Einmal habe ich eine Geburtstagseinladung mit 50 verschiedenen Grüntönen gestaltet. Das grüne Farbspektrum ist kein Vergleich zum einfachen Weiß und unifarben könnte ein Diner en vert nicht werden.

So wünsche ich mir heutzutage auch belastbares Corporate Design. Wenige Regeln, einfach zu verstehen und anzuwenden, mit großer Wirkung und viel Gestaltungsspielraum. Nehmen wir z. B. das Corporate Design der Wolf Manufaktur: Das CD hat zwei Wölfe im Angebot, die man nehmen kann, aber nicht muss. Möchte ich einen anderen Wolf oder gleich ein ganzes Rudel, geht das auch. Die Hausfarbe Orange ist fest definiert, die Hausschrift ist die die Facit. Und selbstverständlich gibt es das Logo in silber und orange. Zwei dieser Elemente reichen, um die Produkte zu branden. Es dürfen auch mehr dieser Gestaltungselemente sein, müssen aber nicht.

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Mit dieser Freiheit können wir Gestalter eine Marke kommunizieren, sie stärken und sie vor allem mit Leben füllen. So verabschieden wir uns gerne von 100-seitigen CD-Richtlinien und der Sorge, ob die Schrift einen halben Punkt zu klein oder zu groß ist. Damit eine Marke wiedererkennbar ist, braucht es kein starres Regelwerk, viel wichtiger ist es als Gestalter ein gutes Grundverständnis für die Marke zu entwickeln. Kombiniert mit viel Feingefühl beim Gestalten, können wir den Botschaften Leben einhauchen. Und darum geht es doch letztendlich. Kommunikation so zu gestalten, dass sie uns emotional berührt.
Kommen Sie doch nächstes Jahr einfach mit zur Diner en blanc!

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