16. July 2017

Fokussieren: Das Kleingedruckte ohne Brille lesen

Die Bildschärfe ist ein wichtiges Gestaltungsmittel in der Fotografie. Sie lenkt die Aufmerksamkeit gezielt auf ein bestimmtes Detail. Diesen Vorgang bezeichnen wir als Fokussieren.
Genau das machen wir Designer nicht nur mit Fotos, sondern mit Kommunikation, ganz allgemein. Bevor wir Kommunikation gestalten, präsentieren uns unsere Auftraggeber ihr Produkt oder ihre Dienstleistung aus ihrer Perspektive. Mal sehr detailverliebt, mal sehr stolz auf die technischen Spezifikationen ihres Produktes oder einfach, weil es eine Neuheit darstellt. Unser Job besteht nun darin genau das herauszufiltern, was davon für seine Kunden interessant ist. Wir stellen exakt die Details aus jedem Angebot auf superscharf, die den Kunden am meisten interessieren oder beeindrucken.

Mal geht es darum, aus einer rationalen Kaufentscheidung eine emotionale zu machen, zum Beispiel, ob ich Pepsi-Cola oder Coca-Cola kaufe. (Markenkommunikation). An anderer Stelle ist es viel wichtiger einen ganz bestimmten Service für die Kaufentscheidung in den Fokus zu stellen, zum Beispiel, ob ich meine Wanderschuhe auch noch nach 100 sportlichen Alpentouren ersetzt bekomme (USP). Oder ob der Elektriker auch freundlich ist und mir als Kunde vorher erklärt, wie er in meinem Haus die Leitungen verlegen wird und warum das genau die richtige Lösung ist.

Das Spiel mit dem richtigen Fokus ist für jeden spannend. Dazu haben wir eine tolle Musterkarte für einen unserer Auftraggeber produziert. Sie hat ein kleines lasergestanztes Loch, das uns beim Durchgucken hilft, das dahinterliegende Objekt scharf zu sehen. Dieses kleine Loch hilft unserem Auge beim Abblenden. Das heißt, wir können das Kleingedruckte jetzt auch ohne Brille wieder lesen. Schräg einfallendes Streulicht wird nicht durch die Blende gelassen – so entsteht auf unserer Netzhaut ein extrem scharfes Bild. Aber noch mehr. Es richtet den Fokus auf ein kleines Detail unseres Sichtfeldes. Alles was ablenkt verdeckt der Karton.

Probieren Sie es aus!

Stechen Sie mit der Nadel ein kleines Loch in ein festes Papier und linsen Sie genau hindurch. Was sehen Sie?

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Das haben übrigens schon die alten Seefahrer so gemacht, wenn Sie in weiter Ferne erkennen wollten, welche Schiffe kommen. Sie hielten sich eine Muschel vors Auge, in der an irgendeiner Stelle immer ein kleines Loch war. So konnten sie die Schiffe am Horizont sehr genau identifizieren.

Und wenn Sie vor lauter Fokussieren den Blick fürs Große und Ganze verlieren, dann gehen Sie spazieren und schauen Sie nach den Wolken, oder fahren Sie in Urlaub, so wie wir. Hauptsache das Blickfeld ändert sich.

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14. July 2017

⚓ Wir machen Urlaub ⚓

Machen wir es kurz und knapp:
Vom 17. Juli – 4. August 2017 laden wir unsere Akkus.
Ab dem 7. August sind wir wieder frisch im Büro erreichbar.

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Bis gleich!

23. June 2017

Corporate Design par excellence: Diner en blanc

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Was hat ein Diner en blanc mit einem guten Corporate Design zu tun?
Sie brauchen Kleidung, ganz in Weiß, einen Tisch mit weißem Tischtuch, weißes Porzellan, für jeden eine Sitzgelegenheit und ein drei-Gänge-Menü. Gläser und guten Wein. Ein nice to have sind weiße Kerzen und Servietten.

Und besser 100 als nur drei Personen, die mitmachen. Denn, wenn Sie ganz alleine in weiß dinieren, würde keiner das merken.

Macht eine Vorgabe: Die Hauptfarbe weiß und sechs Details on top.
Ein paar Regeln, die sehr einfach zu befolgen sind, erzielen einen überwältigenden Eindruck . Und dabei gibt es viele Freiräume. Ob Sie in Jeans oder im Smoking hingehen, entscheiden Sie. Ob Sie das feine Maria Weiss Geschirr von Omi aus dem Schrank mitnehmen oder auf schlichte skandinavische Einrichtungsqualität zurückgreifen, steht Ihnen auch frei. Die einen präsentieren ihre Etagere aus weißem Porzellan mit Pralinen, an anderer Stelle gibt es bunten Geburtstagskuchen.

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Selbst Fehlgriffe, wie z. B. Wasser aus PET Flaschen können den Gesamteindruck nicht kaputtmachen. Ganz im Gegenteil, ich habe sogar beobachtet wie jemand liebevoll sein Wasser aus der Plastikflaschen in eine Glaskaraffe umfüllt. So schön :-)
Zurück zum Design: Die Farbe Weiß ist sehr prägnant. Ein Diner en vert wäre viel komplizierter. Einmal habe ich eine Geburtstagseinladung mit 50 verschiedenen Grüntönen gestaltet. Das grüne Farbspektrum ist kein Vergleich zum einfachen Weiß und unifarben könnte ein Diner en vert nicht werden.

So wünsche ich mir heutzutage auch belastbares Corporate Design. Wenige Regeln, einfach zu verstehen und anzuwenden, mit großer Wirkung und viel Gestaltungsspielraum. Nehmen wir z. B. das Corporate Design der Wolf Manufaktur: Das CD hat zwei Wölfe im Angebot, die man nehmen kann, aber nicht muss. Möchte ich einen anderen Wolf oder gleich ein ganzes Rudel, geht das auch. Die Hausfarbe Orange ist fest definiert, die Hausschrift ist die die Facit. Und selbstverständlich gibt es das Logo in silber und orange. Zwei dieser Elemente reichen, um die Produkte zu branden. Es dürfen auch mehr dieser Gestaltungselemente sein, müssen aber nicht.

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Mit dieser Freiheit können wir Gestalter eine Marke kommunizieren, sie stärken und sie vor allem mit Leben füllen. So verabschieden wir uns gerne von 100-seitigen CD-Richtlinien und der Sorge, ob die Schrift einen halben Punkt zu klein oder zu groß ist. Damit eine Marke wiedererkennbar ist, braucht es kein starres Regelwerk, viel wichtiger ist es als Gestalter ein gutes Grundverständnis für die Marke zu entwickeln. Kombiniert mit viel Feingefühl beim Gestalten, können wir den Botschaften Leben einhauchen. Und darum geht es doch letztendlich. Kommunikation so zu gestalten, dass sie uns emotional berührt.
Kommen Sie doch nächstes Jahr einfach mit zur Diner en blanc!

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22. June 2017

Wehr & Weissweiler im Gutenberg-Museum Mainz

Was für eine Ehre! Mit einem kleinen Vortrag dürfen wir unsere Zusammenarbeit für die Wolf-Manufakturvorstellen – gemeinsam mit Manufaktur-Geschäftsführer Thorsten Winternheimer. Gemeinsam mit dem Gutenberg-Museum lädt das Designforum Rheinland-Pfalz descom herzlich zu einer Nachlese des Designpreises Rheinland-Pfalz 2016 ein. Diese ist zugleich der Auftakt einer neuen Veranstaltungsreihe.

An diesem Abend werden ungewöhnliche Gestaltungsprojekte aus zwei Perspektiven beleuchtet – Auftraggeber und Auftragnehmer erzählen:
Wie entstand die Kooperation? Wie verlief die Zusammenarbeit? Und was konnte der eine vom anderen mitnehmen?

Zum Auftakt sprechen:
Wehr & Weissweiler und die Druckei K. Wolf,
Designstudio Mathilda Mutant und das Weingut Haack
– Außerdem berichten die Projektmacher von der Entstehung des Projektes Tunnelflieger.

Made in Rheinland-Pfalz

27. Juni 2017 | Beginn 18 Uhr | Einlass 17:45 Uhr
Gutenberg-Museum | Liebfrauenplatz 5, 55116 Mainz

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7. June 2017

Cardboard – Prokrastinieren at its best

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Jeden Tag erfindet die Welt eine neue App, ein neues Feature, ein neues Produkt. On- und offline und wir Designer dürfen das alles testen. Gestern wurden die Cardboards von unseren Freunden in Ingelheim erfunden und heute haben wir sie schon hier. (Naja – fast).
Das Google Cardboard ist eine Halterung aus Karton, welche aus einigen Smartphones eine Virtual-Reality-Brille macht. Die Konstruktion besteht neben dem Karton aus zwei Sammellinsen und einem Schalter. Google stellt selbst keine Brillen her, hat eine Anleitung für Hersteller entwickelt. Ist doch nett, oder?
Wer sich selbst eins bauen möchte, findet dazu die Anleitung hier. Aber das dauert …

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Damit wir noch Zeit für die tollen 3D Filme haben, haben wir die Rohlinge bestellt, stecken die verschiedenen Modelle schnell zusammen, zack das Handy rein, laden vorher noch den passenden Film und der Tag ist gerettet. Also Simons Tag – ich mache dann mal weiter.
Und wer diese Cardboards bedruckt und gebrandet eben einfach schön produziert haben möchte, die Wolf-Manufaktur hat sie auch im Programm.

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1. June 2017

2 x Nominiert für den German Design Award

Die Beyond Letterpress Kollektion und das Gesamtpaket: Online-Shop, Produkte & Musterkollektion sind für den German Design award nominiert. Das freut uns sehr. Wer diese schöne Kollektion mit den Buchstaben noch nicht hat, es gibt noch ein paar wenige Exemplare im Online-Shop der Wolf-Manufaktur

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18. May 2017

Fehler as a Service!

Es ist doch völlig klar, wie ein Design gemeint ist! Der Designer hat es entworfen und der Auftraggeberin erklärt – beide sind zufrieden. Doch dann kommt der Kunde! Und der spitzt den Bleistift plötzlich an

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Icons sind auch nicht immer eindeutig: Seit meiner Kindheit frage ich mich beim Staubsaugen, wie ich den Hebel an der Bodendüse einstellen muss. Für mich heißen die Icons Bürste raus / Bürste rein. Für den Hersteller heißen sie Teppich saugen / Hartboden saugen.
Auch ein schönes Beispiel: Diese Kaffeemaschine. Offensichtlich gab es Missverständnisse, und so sorgten die Mitarbeiter im Service ganz serviceorientiert für Klarheit. Die Kaffemaschine ist jetzt hässlich, aber der Hotelgast weiß, welchen Kaffee er bekommt.

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Es sind solche Interaktionen mit Geräten und Programmen, die uns schadenfroh erheitert oder missgelaunt in den Tag starten lassen, je nachdem, wo der falsche Kaffee hintropft.

Ein gutes Design denkt auch den Fehler mit

Es gibt eigene Unternehmen die den ganzen Tag durch Nutzertests solchen Problemen vorbeugen, doch ganz verhindern lassen sie sich nie. Wie die berühmte 404-Fehlerseite. Ja, genau so eine :

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Sie haben eine Seite aufgerufen, die nicht verfügbar ist. Das kann viele Gründe haben, meist haben Sie einen veralteten Link angeklickt oder die Adresse falsch eingegeben. Die älteren Leser, die noch wissen, was ein Telefon ist, erinnern sicher die automatische Ansage ti-di-düüt – Kein Anschluss unter dieser Nummer … eine akustische 404-Seite. Sie wollen mit einem Unternehmen in Kontakt treten und werden brüsk abgewiesen. Und das, wegen eines Tippfehlers. Keine schöne Markenkommunikation.
Manche Unternehmen machen sich einen Sport daraus, möglichst kreativ auf diesen Fehler zu reagieren. Sie bieten einen kleinen Spaß, ein alternatives Angebot an und machen den Fehler offensichtlich, um ihn für eine weitere Interaktion zu nutzen. Beispiel gefällig? Bei Tattly bekommen Sie die schönsten Fun-Tattoos und nur auf deren 404-Seite gibt es ein spezielles Geheim-Tatoo. So wird aus einem Fehler ein Service. Das gefällt mir.

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Für Unternehmen ist es entscheidend, im Falle eines Problems elegant und kundenfreundlich zu reagieren. Ein gutes Design denkt auch einen Misserfolg oder Fehler mit. Übrigens: Einen sehr unterhaltsamen TED-Vortrag zu diesem Thema (der genau 4:04 lang ist) finden Sie unter diesem kaptuten Lnik!

Gestalten Sie Ihre Fehler und weniger schönen Unternehmenskontakte? Im Reisezentrum der Deutschen Bahn ziehen wir Kunden – wie auf dem Amt – brav eine Nummer und starren solange artig auf einen Monitor, bis eben dieser Monitor uns zeigt, an welchem Schalter man nun gewillt ist, uns zu bedienen. Ist das ein schöner Markenkontakt? Das ist für das Unternehmen sicher intelligent gelöst, aber für den Kunden? Könnte die Nummer etwas ansprechender sein, als Z148? Könnte man dem Kunden die unangenehme Wartezeit etwas interessanter gestalten? Ich fürchte, Ihnen fallen bei einer Tasse Kaffee mehr Ideen ein, als die DB umsetzen will. (Pro-Tipp: Achten Sie an der Kaffeemaschine darauf, welchen Knopf Sie drücken!)

Wie wär’s mit was zum Spielen?

Wenn ich unsere Süperpost versende, bekomme ich zum Abschluss eine Seite vorgeschlagen, die mir die Wartezeit bis zum Eintreffen der Newsletter-Reports verkürzt: Dort kann ich einen MailChimp-Papier-Schimpansen basteln – perfekte Markenkommunikation! Vielleicht mache ich das ja gleich mal.

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Randnotiz: Was für Musik läuft in Ihrer Telefonwarteschleife? Bitte nicht Greensleeves im Piepsmodus!? Das geht auch anders!

Zur Not helfen Blumen

Auftraggeber und Designerin müssen sich also immer wieder daran erinnern, dass nicht alles so funktioniert, wie unter Laborbedingungen geplant. Und wenn doch mal was schiefgeht? Nehmen wir es mit einem Augenzwinkern und versuchen, das Beste daraus zu machen. Die Mainzer zum Beispiel pflanzen ihren naturverbundenen Radfahrerinnen ein paar Wildblumen auf den Radweg. Ist doch auch viel schöner so, finden Sie nicht?

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9. April 2017

8 Osterhasen im Design-Check!

Spieglein Spieglein an der Wand, wer ist der schönste Hase im Land?
Mit und ohne Gewand haben wir unsere Hasen portraitiert und alles riecht nach Schokolade.

Goldhase Lindt

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Auffällig, ganz in Gold, ein rotes gerafftes Band mit Glöckchen um den Hals, welches liebevoll zu einer Schleife gebunden ist. Der Inbegriff eines Schokoosterhasens. Die Form entspricht dem echten Kaninchen. Ihm traut man sofort zu, dass er prächtige Ostereier legen wird.

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Ausgepackt äußerst formschön und sauber gearbeitet, fast ohne Kratzspuren mit betörendem Duft. Die Goldfolie wird entsorgt, das Glöckchen bleibt. Es gibt immer eine eine Zeit, wo man sie wieder brauchen wird, spätestens im Dezember.

Stylefaktor: Die Hasen gibt es auch mit Leoparden- oder Zebramuster im selben Geschmack. Allerdings wirken sie sehr aufgemotzt. Posh eben.

Fazit

Ein Hauch von Luxus schwingt mit, das Gefühl, sich etwas Wertvolles zu gönnen oder zu verschenken. Nach dem Verzehr bleibt das Glöckchen übrig, dass mich daran erinnert – es war einmal ein Hase aus Schokolade …

Feini!

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Smarties Klapper Hase

Mein Sohn hat diesen Hasen ausgesucht – er musste unbedingt mit. Dunkelblaues Gewand krass bunt bedruckt. Muss für Kinder sein, denn für sie macht die Industrie ja alles bunt. Bugs Bunny heißt sein Bruder. Wenn auch nicht mein Geschmack, schlecht gemacht im Sinne der Nestlé Markenkommunikation, ist der Hase nicht. Knallbunt, laut mit nettem Lächeln, Spaßfaktor Smarties.

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Fazit

Das magische Gefühl beim Kaufen entsteht durch die verborgenen Smarties, ein echter Habenwollen Faktor. Der Hase – ganz nackt hat eine schöne Zeichnung.
18 Smarties füllen gerade mal das untere Zehntel des Hasens, das ist eine echte Enttäuschung, es hätten viel mehr reingepasst. Die Schokolade ist nicht so subtil geformt und hat helle Stellen. Sie schmeckt nicht schlecht – riecht aber nicht gut.

früher war mehr Smarties!

Osterhase von Milka

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Der einzige Hase mit Fell! Es fällt sofort auf wenn man ihn ausgepackt hat.
Definitiv ein massenkompatibles Markenprodukt mit freundlichem Gesicht im bekannten Milkalila. Er hat die typische aufgerichtete Hasenform mit sympathischem Schlappohr und schaut freundlich in die Welt.

Fazit

Er ist so ein typischer Mitläufer-Hase. Man kann mit dem Kauf nichts falsch machen – aber etwas wirklich Besonderes hat er nicht.

Lila (Hase, nicht Kuh.).

Rocher als Osterhase

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Da kopiert doch jemand den goldenen Tradtitionshasen von Lindt!
Beim zweiten Hinsehen wirkt er wie Wurst in Pelle. Unter dem Logo ein winzger Zusatz: »the golden experience«. Können die nicht einfach Osterhasen verkaufen, mich interessiert eine »golden experience« nicht.

Fazit

Der Hase ist definitif nicht ideal verpackt. Wer glaubt in dem Ei wäre ein Rocher oder eine Nutellafüllung – weit gefehlt. Der Hase hat diesen leicht bitter-nussigen Ferrero Geschmack. Seine Schwester ist übrigens ein Eichhörnchen. Ein echtes Ferrero Rocher wäre mir an dieser Stelle lieber gewesen.

Hmpf.

Osterhase von Rewe

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Ein Hase mit Karotte in den Pfoten, die wie Boxhandschuhe aussehen. Woher kommt eigentlich diese Form für Osterhasen? Ich habe noch nie einen solchen Hasen gesehen, aber als Osterhase setzt er sich durch. Auffällig: Das Schokoladen-Gesicht ist komplett anders als das auf der Folie – viel sympathischer.

Fazit

Gold und Blau, freundliches Gesicht, sogar mit winzigem Fairtrade Logo, hatte ich beim Kaufen nicht bemerkt, hübsch auch unbekleidet.

Der Hase mit den zwei Gesichtern.

Biohase DM

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Ein echter Biohase vorbildlich ganz ohne Alu. Schön ist die Plastiktüte mit dem Aufkleber ja nicht. Dafür punktet der Hase ohne Verpackung. Die weißen Schokoladenakzente sind kleine Details die ihn voll aufpeppen. Nicht nur optisch, ich will diesen Hasen sofort probieren, auch wenn er kaputt geht und seine ganze Schönheit und Anmut dahin ist.

Fazit

So schön und anmutig gestalteter Hase, dass ich über die lieblose Plastiktüte gerne hinwegsehe.

Der Zweifarbige

Kinder Hase

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Es ärgert mich. Hier ist der Quengelfaktor des Ü-Eis verbunden mit noch mehr Gender-Design als beim Ü-Ei. Gerade noch war er trauriger Star eines schlechten Kinderbuchs, jetzt sitzt er nur noch im Supermarkt. Sein übergroßer Kopf wirkt dämlich, die Pfoten sind schlecht geformt. Ich kann ja verstehen, dass man Produkte designt, um damit Geld zu verdienen, aber ich finde auch, dass wir Gestalter das Thema Geschmackserziehung ernst nehmen müssen. Produkte entwickeln, die ein Mindestmaß an gestalterischer Qualität erfüllen und gleichzeitig von Kindern gemocht werden.

Fazit

Ich hasse es, wenn Produkte, wie ein Ü-Ei bis zum Gehtnichtmehr gebeugt werden, nur um ein weiteres Produkt im Laden zu verkaufen. Liebe Ferreros, macht einfach Oster-Ü-Eier, die wären doch fein für das Ostergeschäft.

Uff!

Raffaelo

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Der dritte Hasen-Fehlschlag von Ferrero: Vier stinknormale Raffaellos in Hasenpappe. Dekoration pur, denn Form und Inhalt haben nichts miteinander zu tun.

Fazit

Ein Produkt, was die Welt mit und ohne Hasenverpackung nicht braucht. Oder gibt es irgendwo jemanden der auf Raffaellos steht?

Falscher Hase.

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hinten v. l. n. r: Smartieshase, Rewe Hase, Kinder Hase, Milka Hase
vordere Reihe: DM Bio Hase, Lind Hase, Ferrero Rocher Hase

Eben noch fotografiert – jetzt schon im Hasenhimmel. Niemals zuvor haben wir 7 Osterhasen in der Fastenzeit geschlachtet und verzehrt. Einzig allein das rote Halsband mit dem Glöckchen liegt noch auf meinem Schreibtisch und erinnert mich an den schönen goldenen Hasen. Hoffentlich schenkt mir jemand so einen zu Ostern.

PS: Vier Raffaellos an Selbstabholer zu verschenken!

3. April 2017

Beyond Letterpress Musterkollektion

Die Wolf-Manufaktur beauftragte uns mit der Konzeption und Gestaltung ihrer neuen Musterkollektion. Geschäftsführer Thorsten Winternheimer möchte sie persönlich auf der Creative Paper Conference 2016 präsentieren und sie soll besser, interessanter, feiner sein, als alle anderen Drucksachen, die man im Ausstellerbereich der Conference finden kann.

Genau unser Ding

Das Branding der Wolf-Manufaktur entwickeln und begleiten wir von Anfang an.

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Der Folder ist schwarz, magnetisch und aus einem der schönsten Papiere, die Gmund im Angebot hat. Beim Öffnen leuchtet es von innen heraus orange, wie Lava aus den tiefen eines Vulkans. Der Drucker sagte uns, dieser Anblick bereite ihm starke Augenschmerzen. Vielen Dank Herr Thörle, das ist das schönste Kompliment, das Sie uns machen konnten. Denn genau diesen Effekt wollten wir. Ein flimmerndes, schillerndes Silber gedruckt auf Orange, kaum zu fokusieren mit dem bloßen Auge.

So sind sie sicher verpackt, die 30 Buchstabenkarten Karten, jede einzelne hochveredelt. Mit Letterpress und Farbschnitt und noch viel mehr. Seit Letterpress so im Trend liegt, sind wir bereits dem nächsten großen Hype auf der Spur.

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Streichholzlack im Siebdruck. Und es funktioniert wirklich. Einfach das B als Reibefläche benutzen und anzünden.

Streichholzlack war einfach.
Flockdruck fühlt sich superweich an.

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Doch Siebdruck auf Sandpapier stellt uns vor ganz ungeahnte Herausforderungen.

Erklären Sie mal einem Lieferanten, wenn er Ihnen 1000 Bogen Sandpapier liefert, dass sie nicht damit einverstanden sind. Schließlich hat er alle seine Bögen in der bestellten Rauheit geliefert, nur sie haben völlig verschiedene Farben. Von beige bis dunkelbraun reicht das Farbspektrum. Und das war nur die eine der Schwierigkeiten.

Auf das E sind wir besonders stolz.

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Stromleitungen aus der Druckmaschine – Ein Motiv, an dem wahlweise eine Batterie und eine LED oder ein Microprozessorboard wie das Arduino angeschlossen werden können. Was wir nicht wussten, ist, dass es quasi keinen Farblieferanten für elektrisch leitfähige Farbe in mittelgroßen Auflagen gibt. Alle unsere Testfarben lieferten alle unbefriedigende Ergebnisse, und so haben wir uns selbst daran gemacht, eine eigene Farbe für diese E-Karte zu entwickeln. Zu dieser leitfähigen Farbe gibt es einen tollen Artikel in der Page. Oder in unserem weblog.

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Zum Fokussieren bitte die Karte mit den L nehmen.

Meine persönliche Lieblingskarte. Das ist übrigens kein Letterpress, auch wenn es auf den ersten Blick so ausschaut. Hier handelt es sich um eine erhabene Blindprägung. Rechts oben die Eule. In ihrem Auge ein lasergestanztes Loch, von 1,5 mm Durchmesser. Das kann man sich vors Auge halten, zum Beispiel, wenn man gerade seine Brille verlegt hat und siehe da! Es funktioniert: Wie durch ein magisches Auge erscheint selbst das Kleingedruckte wunderbar groß und scharf. Sie fokussiert für uns, die Eule.

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Insgesamt sind es 30 wunderschöne Karten. Jede einzelne macht Lust auf ein besonderes Druck-und Veredelungsprojekt. Jede einzelne hätte ein paar extra Zeilen verdient. Kaufen kann man sie im Online-Shop der Wolf-Manufaktur – solange der Vorrat noch reicht.

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Möge sie euch alle inspirieren oder zum Spielen animieren, die Beyond Letterpress Kollektion.

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Fotos: Nathalie Zimmermann

1. April 2017

Sammeletikett #4: Reiner Wein

Das letzte Etikett dieser Serie, denn schon ist das Jahr rum …

Reinen Wein einschenken fällt bekanntlich schwer, jedoch erleichtert es das Gewissen ungemein und mit einem Glas Wein fällt es doch auch immer leichter den Mut zu finden. So kann man sich schließlich am klaren Vollmond erfreuen.

Gedruckt auf silbernem Etikettenpapier.

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zu dieser Serie:
Wir stellen in dieser Reihe noch einmal die gesammelten Etiketten unseres preisgekrönten Weinkalenders AUSLESE 2011 vor. Wer Interesse an einem Original hat, kann bei uns gerne eines bestellen, einzelne Exemplare haben wir noch.

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