23.06.2017

Corporate Design par excellence: Diner en blanc

Was hat ein Diner en blanc mit einem guten Corporate Design zu tun?

Was hat ein Diner en blanc mit einem guten Corporate Design zu tun?
Sie brauchen Kleidung, ganz in Weiß, einen Tisch mit weißem Tischtuch, weißes Porzellan, für jeden eine Sitzgelegenheit und ein drei-Gänge-Menü. Gläser und guten Wein. Ein nice to have sind weiße Kerzen und Servietten.

Und besser 100 als nur drei Personen, die mitmachen. Denn, wenn Sie ganz alleine in weiß dinieren, würde keiner das merken.

Macht eine Vorgabe: Die Hauptfarbe weiß und sechs Details on top.
Ein paar Regeln, die sehr einfach zu befolgen sind, erzielen einen überwältigenden Eindruck . Und dabei gibt es viele Freiräume. Ob Sie in Jeans oder im Smoking hingehen, entscheiden Sie. Ob Sie das feine Maria Weiss Geschirr von Omi aus dem Schrank mitnehmen oder auf schlichte skandinavische Einrichtungsqualität zurückgreifen, steht Ihnen auch frei. Die einen präsentieren ihre Etagere aus weißem Porzellan mit Pralinen, an anderer Stelle gibt es bunten Geburtstagskuchen.

Selbst Fehlgriffe, wie z. B. Wasser aus PET Flaschen können den Gesamteindruck nicht kaputtmachen. Ganz im Gegenteil, ich habe sogar beobachtet wie jemand liebevoll sein Wasser aus der Plastikflaschen in eine Glaskaraffe umfüllt. So schön :-)
Zurück zum Design: Die Farbe Weiß ist sehr prägnant. Ein Diner en vert wäre viel komplizierter. Einmal habe ich eine Geburtstagseinladung mit 50 verschiedenen Grüntönen gestaltet. Das grüne Farbspektrum ist kein Vergleich zum einfachen Weiß und unifarben könnte ein Diner en vert nicht werden.

So wünsche ich mir heutzutage auch belastbares Corporate Design. Wenige Regeln, einfach zu verstehen und anzuwenden, mit großer Wirkung und viel Gestaltungsspielraum. Nehmen wir z. B. das Corporate Design der Wolf Manufaktur: Das CD hat zwei Wölfe im Angebot, die man nehmen kann, aber nicht muss. Möchte ich einen anderen Wolf oder gleich ein ganzes Rudel, geht das auch. Die Hausfarbe Orange ist fest definiert, die Hausschrift ist die die Facit. Und selbstverständlich gibt es das Logo in silber und orange. Zwei dieser Elemente reichen, um die Produkte zu branden. Es dürfen auch mehr dieser Gestaltungselemente sein, müssen aber nicht.

Mit dieser Freiheit können wir Gestalter eine Marke kommunizieren, sie stärken und sie vor allem mit Leben füllen. So verabschieden wir uns gerne von 100-seitigen CD-Richtlinien und der Sorge, ob die Schrift einen halben Punkt zu klein oder zu groß ist. Damit eine Marke wiedererkennbar ist, braucht es kein starres Regelwerk, viel wichtiger ist es als Gestalter ein gutes Grundverständnis für die Marke zu entwickeln. Kombiniert mit viel Feingefühl beim Gestalten, können wir den Botschaften Leben einhauchen. Und darum geht es doch letztendlich. Kommunikation so zu gestalten, dass sie uns emotional berührt.
Kommen Sie doch nächstes Jahr einfach mit zur Diner en blanc!

Lena Weissweiler
Chief Inspiration Officer

… möchte den nächsten Generationen nicht ein völliges Chaos hinterlassen, und räumt ihren Schreibtisch trotzdem nicht auf.

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