20.09.2016

Leitfähige Farbe und ein Arduino Board

Elektrisch leitende Farbe, um eine interaktive Installation zu steuern – eigentlich kein Problem, oder? (Mit Video!)

Stromleitungen aus der Druckmaschine – was sich erst einmal nach Captain Future anhört ist ja längst Realität. Es gibt leitfähige Farben als Stift und selbst für Tintenstrahldrucker. Also wollten wir eine einfache Anwendung für ein Druckmuster erstellen. Ein Motiv, an dem wahlweise eine Batterie und eine LED oder ein Microprozessorboard wie das Arduino angeschlossen werden können.

Der Beginn einer langen Reise …

Titelkarte elektronischer Siebdruck

Elektrisch Leitfähige Farbe also, die man auf Feinkarton drucken kann – kein Problem oder? Es gibt Websites mit toten Telefonnummern, Kickstarter-Projekte mit unbefriedigendem Ergebnis, nichtssagende Corporate-Websites zur Sammlung von Risikokapital und dergleichen. Wir haben sogar angefangen, unsere eigenen Farben zu mischen, aber hey – wir sind kein Forschungslabor! Machen wir es kurz: Im Anwendungsbereich zwischen Hobbykeller und industrieller Großserienfertigung gibt es nichts.

Also, fast nichts. Trotz allem haben wir mit Bare Conductive einen Hersteller in London gefunden, der eine fertige, siebdruckfähige Farbe anbietet, die in weiten Teilen unseren Vorstellungen entspricht. Obgleich sie etwas schnell trocknet und nicht wasserfest ist, gehen wir in dieser Richtung weiter. Jetzt brauchen wir nur noch jemanden, der uns diese Farbe wirklich drucken kann … Es bleibt also spannend.

To Boldly go …

Natürlich lieben wir es immer wieder, die Grenzen auszutesten und Materialien kennen zu lernen. In diesem Fall Forschen wir für – wer uns kennt, hat es natürlich schon erraten – die Wolf-Manufaktur, für die wir erstens gerade die Reihe an preisgekrönten Musterkollektionen erweitern. Und außerdem eine Installation für die Creative Paper Conference entwickeln, die wiederum zeigt, warum Powerful Printing mehr als Letterpress ist.

Wir zeigen, dass Touch-Interfaces nicht auf glänzende Glasoberflächen beschränkt sind, sondern sich genausogut auf den Edelkartons von Gmund machen. Dazu setzen wir im Prinzip ein Arduino-Board ein, das kapazitive Sensoren ansteuern kann. Glücklicherweise hat Bare Conductive das TouchBoard entwickelt, das hier bereits alles mitbringt, was der geneigte Maker braucht – inklusive eines MP3-Players, der hier (noch) gar nicht zum Einsatz kommt. Einen ersten Einblick und Prototypen zu dieser aufregenden Reise gebe ich gerne im folgenden Film:

In diesem Sinne freuen wir uns auf die weiteren Prototypen und die äußerst spannende Entwicklung mit leitfähiger Farbe und gedruckter Elektronik. Wir werden auf jeden Fall weiter berichten!

Simon Wehr
Superuser & Head of Presentation

… gestaltet Themen, die es wert sind, auch in Zukunft gesehen zu werden.

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