25.05.2018

Tauschen – Teilen – Leihen

Letzte Woche haben meine Nachbarin und ich ein bio Ei gegen zwei Scheiben selbstgebackenes Brot getauscht. Win-Win, ich konnte meine bereits aufgeschnittenen Avocados panieren, weil sie zu hart für alles andere waren, und sie erzählte begeistert, dass sie selbst auch wieder Brot backen wird.

Letzte Woche haben meine Nachbarin und ich ein bio Ei gegen zwei Scheiben selbstgebackenes Brot getauscht. Win-Win, ich konnte meine bereits aufgeschnittenen Avocados panieren, weil sie zu hart für alles andere waren, und sie erzählte begeistert, dass sie selbst auch wieder Brot backen wird.

Brauchen wir für diese Art des Teilens eigentlich digitale Plattformen?
Kann ich nicht einfach so bei meinem Nachbarn klingeln, und ihn fragen, ob er heute auf mein Kind aufpasst? Warum erscheinen uns diese Dinge nicht mehr selbstverständlich, heutzutage? Wir tauschen Bücher und Rezepte, aber nicht Vorlesen und Kochen. Pakete annehmen ja, aber Pakete wegbringen, hm …

Einen wunderbaren Beitrag zu dem Thema leistet der Schweizer Verein Pumpipumpe.

Hier könnt ihr Sticker für euren Briefkasten bestellen mit Zeichnungen von Zelt, Raclettegrill, Fahrradanhänger, Zeitungsabo und viele weitere Dinge, die man selbst verleihen möchte.

Warum ich die so gut finde?
Ganz einfach, diese kleinen netten Sticker sind genau der Trigger, den es braucht, damit ein neues Verhalten stattfindet. Denn es geht um sehr wichtige Dinge: Die Menschen, neben denen wir leben besser kennenzulernen, weniger zu konsumieren, und damit den eigenen ökologischen Fußabdruck nicht unnötig zu vergrößern und natürlich auch um Geld zu sparen. Viel Geld sogar, auf Dauer.
Und gerade im Moment boomen Babysitter-, Flohmarkt- und Haustausch-Plattformen. Die letztendlich alle an unseren Tauschgeschäften Geld verdienen wollen. Ich finde das nicht in Ordnung, wenn Dinge, die eigentlich grundselbstverständlich sind zu einem Markt werden, an dem Dritte verdienen. Das ist schon fast eine Mini-Revolution: Einfach mal Urlaub im Haus von Freunden aus der Umgebung machen! Ohne Login und ohne Plattform.
Klingt absurd, warum sollte man das tun? Ich habe es noch nicht ausprobiert, aber ich stelle mir vor, dass es fast alle täglichen Gewohnheiten durchbricht und den Geist erfrischt. Wir sind dann sehr viel mehr mit alltäglichen Dingen beschäftigt, allein schon, weil man jedes Objekt suchen muss, der Kaffee anders schmeckt und wir Kuchen in runden und nicht in eckigen Formen backen.

Und warum schreiben wir als Designer darüber in der Süperpost?

Weil wir – mit der richtigen Kommunikation – nicht nur für Institutionen und Unternehmen Markenkommunikation gestalten, sondern wir alle auch unseren Alltag gestalten und können. Manchmal braucht es nur einen ganz kleine Anstupser, um mehr gemeinsam als jeder für sich zu leben. Das Leihen – Tauschen – Teilen ist in den meisten Nachbarschaften ein ganz einfacher Einstieg, der viele neue Begegnungen schafft. Genau dafür haben wir schöne Aushänge zum Download z. B. für das Treppenhaus vorbereitet. Einfach ausdrucken, Termin eintragen und an einem geeigneten Ort aushängen. Schon kann es geschehen, dass am nächsten Samstag einer mehr am Tisch sitzt. Wir investieren Zeit und lernen unsere Mitmenschen besser kennen. Wir sparen viel Geld und können unsere Dinge gemeinsam nutzen. Wir verbringen Zeit mit Nachbars Kindern, das kann spannender sein als ein Kinobesuch. Probiert es aus, organisiert einen Flohmarkt oder ein Hausfest, verleiht eure Bohrmaschine, bringt der Dame von nebenan ein Stück Kuchen oder kocht am Wochenende mal für die Nachbarn mit. Wer Lust hat postet unter #SueperShare, was geschieht. Wir sind gespannt und machen selbst natürlich auch mit. Wir wünschen viel Spaß, viele tolle Begegnungen und Sueper-Nachbarn.

Für alle die, die gerne mehr über reale Nachbarschaftsaktionen lesen möchten, hier ein paar weiterführende Links.
Mainzer Hofflohmärkte
Zeit statt Zeug
Bike Kitchen Mainz
Tag der offenen Gesellschaft am 16. Juni 2018
Kollektiv Lebenswerkstatt

Lena Weissweiler
Chief Inspiration Officer

… möchte den nächsten Generationen nicht ein völliges Chaos hinterlassen, und räumt ihren Schreibtisch trotzdem nicht auf.

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